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IMISCOE 2020 “Crossing borders, connecting cultures”

 

Borders are vital features of our life, and bordering processes a substantial part of how we negotiate  territory,  access  to  space,  goods,  social  status  and  belonging;  in  other  words,  our  relationships to others and the environment in which we live.

Focusing on migration and the movement of people in and across time, space and social  orders, sharpens our understanding of the complexity of borders, why they exist, to whom  they  matter  and  what  it  takes  to  perceive,  navigate,  cross  or  circumvent  them.  These navigations can look very different for people with specific backgrounds, pertaining to language, culture, race and, importantly, passport.

Previous  conferences  have  looked  into  migration,  the  political,  economic  forces  driving  it,  the  ways  it  is  patterned,  administered  and  controlled  by  state  border  regimes,  and  the consequences  migration  has  created  for  people  who  move  and  societies  accommodating people on the move.

Following  this  line  of  enquiry,  this  conference  proposes  to  zoom  deeper  into  the  migration experience  of  people  by  foregrounding  how  migration  is  being  connected  to  culture.  We suggest exploring the nexus of migration and culture in more depth asking how migration is lived, experienced, reflected in, and mediated, in particular, through cultural and artistic practice.

We seek to investigate this lens as a way to deepen our understanding of the complexity and difference  of  migration  experience ,  on  the  one  hand,  and  the  possibilities  of  connecting  different migrant experiences and groups of people , on the other.

 

June 30 – July 2, 2020, Campus Belval

Birte Nienaber (birte.nienaber@uni.lu)

Nicole Holzapfel-Mantin (nicole.holzapfel-mantin@uni.lu)

Conference Villa Vigoni „Popularität und Populismus als Formen der Integration/Disgregation“

Popularität und Populismus als Formen der Integration/Disgregation

(Interdisziplinäre Tagung in der Villa Vigoni, 10. – 13. Oktober 2019)

Die Tagung will den Versuch unternehmen, den Begriff der Integration auf das Spannungsfeld von Popularität und Populismus zu beziehen. Dabei stehen die dem Integrationsbegriff in seinen verschiedenen Verwendungsweisen impliziten, je unterschiedlichen, aber durchaus aufeinander bezogenen Formen von Inklusion und Exklusion im Mittelpunkt des Interesses. So kann analysiert werden, welche Strategien politischer Gemeinschaftsbildung sich mit Popularität und/oder Populismus jeweils verbinden. Es soll also – in einer durch Fallstudien beleuchteten, historisch kontrastiv angelegten Reihe – um die Bindungskräfte gehen, die die Gemeinschaft (nicht die Gesellschaft) in eine (soziale) Form bringen (Verkörperungsformen, Masse, Netzwerke etc.).

Die Tagung organisiert sich in vier Sektionen:

Sektion 1:

Die Hypothese, von der die Tagung ausgehen könnte, wäre, dass Formen sozialer Auszeichnung (Ruhm, Charisma, Popularität, auch die Bedeutung von ‚Ideen‘, ‚Konzepten‘ wie sensus communis) auf lange Sicht zumindest die alteuropäischen Gesellschaften in ihrer (durchaus asymmetrisch gestaffelten) Gemeinschaftsvorstellung an jenem Punkt zu bündeln versuchten, an denen Zusammenhalt durch den Bezug auf einen Dritten (Heros, Feldherr, Herrscher, politischer Führer …) oder auf etwas Drittes (Reich, Monarchie, Republik …, aber auch Sprache) vor Augen zu stellen war. Zu fragen wäre, mit welchen Strategien, Inszenierungen, Symboliken und ‚Rhetoriken‘ solches ‚Bindevermögen‘ zu erzeugen versucht wurde, welche Rückgriffe auf die Vergangenheit vorgenommen werden, ob es performative Transformationsschritte gegeben hat und welche Wirkkräfte dieser Form sozialer Auszeichnung für Gemeinschaftsbildungen bis heute festzustellen sind.

Sektion 2:

Eine andere Form des sozialen Bindevermögens, die bereits die alteuropäischen Gesellschaften charakterisiert, ist ebenfalls mit Popularität assoziiert, aber eher im Sinne von Populärkultur. Populärkultur wäre dann zu verstehen als Verfahren, Verbindungen zu erzeugen, die der dominanten Struktur der gesellschaftlichen Differenzierung zuwiderlaufen – sei es, indem sie Hierarchien unterlaufen bzw. umkehren, sei es, indem sie nicht vorgesehene Querbezüge und unwahrscheinliche Allianzen artikulieren. Diese Form der sozialen Bindung wird beispielsweise in Karnevalskulturen aktualisiert, ist aber auch mit Korruption konnotiert, also mit der unzulässigen Verquickung funktional getrennter Bereiche (man verzi verbunden. Auch mit Blick auf das Populäre der Populärkultur stellt sich die Frage nach den Rhetoriken, in denen es sich entfaltet (z.B. Lied und Popsong, Persiflage), nach den Institutionen, die ihm einen Ort geben (Karneval, Sport, Disco), den Sprachen und Symbolen, die es findet (z.B. Jugendsprache oder ‚Kiezdeutsch‘), und natürlich nach den Transformationen, die es erlebt hat, beispielsweise an der Epochenschwelle um 1800.

Sektion 3:

Bleibt im Falle von Populärkultur häufig latent, wogegen sie sich eigentlich jeweils richtet, etabliert sich im Populismus eine Beschreibung von Gesellschaft, welche die Beziehung von politischer Führung, ‚Establishment‘ etc. und Volk dichotomisch gestaltet und postuliert, dass ‚ein Riss durch die Gesellschaft geht‘. Aktuell bauen die Gemeinschaftsvorstellungen populistischer Bewegungen typischerweise gerade auf diesem Riss auf und versuchen, eine Inklusion durch Exklusion zu erzeugen. Dieses Kippen von Popularität in Populismus gilt es gesondert in den Blick zu nehmen. Ab wann, wäre als erstes zu fragen, wird diese Fremdbeschreibung als ‚populistisch‘ überhaupt kurrent und setzt sich von ‚populär‘ ab (Fallstudie zur historischen Semantik beider Begriffe). Und welche Form des ‚WIR‘ wird in populistischen Bewegungen elaboriert (bleibt das ‚WIR‘ leer und speist sich nur als amorphe ‚Wutmenge‘ aus der Markierung der ‚Laster‘ der Anderen)? Dies führt zu Formen des Konfliktes, der Codierung des Hasses, zu den Semantiken von Verrat, also zu den Topiken des Populismus, die Instrumentalisierung solcher Topiken, auch zum Versuch der Usurpation von Aufklärung, die wiederum mit einer neuen Vorstellung von Expertise zu koppeln ist (WIR sind selbst Fachleute, wir benötigen keine ‚Lügenpresse‘ und keine Gate-Keeper, die uns ideologisch selegierend die wichtigsten Nachrichten vorenthalten). Wünschenswert wären hier ebenso Fallstudien zum gegenwärtigen Populismus in den USA, in Russland und in Italien wie zum Populismus in historischer Dimension (etwa: Welche populistischen Elemente hatte die Französische Revolution?). Und ebenfalls zu beleuchten wäre, ob und, wenn ja, welche Elemente von ‚Popularität‘ auch im Populismus noch nachwirken.

Sektion 4:

Dies führt zu einem letzten Bereich, der das Ziel verfolgt, das ‚Nachrichtensystem‘, die Kommunikationsmedien von ‚Popularität‘ und ‚Populismus‘ und die damit einhergehenden Veränderungen des Öffentlichkeitsbegriffs in den Blick zu nehmen. Dies meint sowohl den Status der ‚Nachrichten‘ (FamaKommunikation) als auch die Transformation und Kombination der Verbreitungsmedien (zwischen mündlicher Kommunikation, schrift-, druck- und bildbasierten Formen), die technologischen Übertragungswege und die Ordnungen der Nachrichtenproduktion, -distribution und -rezeption (Gate-Keeper Ordnungen vs. ‚Schwarmkommunikation‘ mit Emergenz-Effekten), die damit jeweils verbundenen Effekte für die Textsorten und für die Text- wie Informationskomplexität, die Überführung von Öffentlichkeit in Öffentlichkeiten, den Wechsel von Öffentlichkeit und physischer Aktion (Massenbewegungen, Flash Mobs etc.), die Formen und die energetische Aufladung der Auseinandersetzung u.a.m. Auch hier soll es um die wechselseitige Bezogenheit einer ‚alten‘, an ‚kommunikativer Öffentlichkeit‘ und unterschiedlichen Formen von Popularität orientierten Kultur und neuen, technologisch vor allem auf Netzkommunikation beruhenden Formen gehen, in die der Populismus sich jeweils einschreibt.

 

Teilnehmerzahl: ca. 20 Personen

Format: Gedacht ist an eine Mischung aus Grundsatz- und kürzeren Beiträgen.

October 10-13, 2019                          

Till Dembeck (tilldembeck@gmail.com)

Seminar “Culture and Migration” – Dr. Alison Lee, Universidad de las Américas Puebla

“¿Por qué sirvió migrar?” (Why did it serve to migrate?): Gender and Return Migration to Central Mexico

Alison Elizabeth Lee, PhD

Universidad de las Américas Puebla

Studies of return migration tend to view it as the outcome of decisions made by rational actors or as a vehicle for the transfer of human capital to sending regions. An alternative approach, inspired by historical-structural theories, views return migration as one moment in a tumultuous process of workers alternatively absorbed and expelled from labor markets restructured in the transition from Fordist to flexible regimes of accumulation. Based on ethnographic research in Mexico and the United States, this paper traces the emergence, acceleration and contention of a transnational working class from Central Mexico beginning in the 1980s. Escaping the creative destruction of rural economies produced by neoliberal policies, men and women inserted into the industrial and service economies on the U.S. East Coast as flexible, precarious and “illegal” labor. The global financial crisis of 2007-08 weakened immigrant labor markets while increased border and interior surveillance ramped up deportations to Mexico diminishing the circular flow of undocumented migrants. The emerging gendered subjectivities of return migrants illuminate how they contend with the contradictory inclusion/exclusion of “illegality” in the context of declining opportunities to improve social and economic mobility through transnational migration. The tensions and conflicts that traverse family and community relationships reflect broader divisions and hierarchies within the Mexican migrant working class that have historically served to discipline labor and shore up accumulation.

 

occasional seminar

May 20, 2019 – 16h-18h

Harlan Koff (harlan.koff@uni.lu)