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MIS-Symposium 2015 – Mehrsprachigkeit: Ansätze und Forschungsperspektiven

PosterNach dem Workshop des Schwerpunktbereichs im November 2014 fand am 24. und 25. März 2015 das MIS-Symposium „Multilingualism – Approaches and Research Perspectives. Society – Education – Literature“ statt. Die eingeladenen Referenten aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Irland und Luxemburg diskutierten Ansätze und Ergebnisse ihrer Forschungsarbeiten in Bezug auf Mehrsprachigkeit unter sozialen, politischen, kulturellen und pädagogischen Gesichtspunkten.

 

Panel 1: Mehrsprachigkeit und Gesellschaft

Wim Vandenbussche, Vrije Universiteit Brussel
Wim Vandenbussche, Vrije Universiteit Brussel

Julia de Bres (Universität Luxemburg) eröffnete das erste Panel und stellte ausgehend von der allgemeinen Frage „Was ist Soziolinguistik?“ die Sprachensituation Luxemburgs vor, die sich in den letzten Jahrzehnten von einer Dreisprachigkeit in ein weit komplexeres System wandelte. Helen Kelly-Holmes (Universität Limerick) untersuchte die Wahrnehmung verschiedener Sprachen auf ihre Wirkung im Marketing. Englisch gelte, so Kelly-Holmes, nach wie vor als Lingua franca, verliere aber an Überzeugungskraft unter dem Aspekt „language of everyone and no-one“. Wim Vandenbussche (Vrije Universiteit Brussel) leuchtete den politisch aufgeladenen und historischen Sprachenkonflikt in Belgien aus, der längst kein linguistischer mehr sei, da mit Sprache zunehmend kulturelle und soziale Funktionen verbunden werde.

 

 

 

Panel 2: Mehrsprachigkeit und Bildung

Adelheid Hu (Universität Luxemburg) eröffnete das zweite Panel und führte aus, inwiefern sich Mehrsprachigkeit im Spannungsfeld von individueller Identitätsentwicklung (Bildung), kollektiver Identitätsentwicklung (Politik) und globaler Kompetitivität (Ökonomie) befinde. Sílvia Melo-Pfeifer (Universität Hamburg) stellte fortführend fest, dass der Unterricht an deutschen Schulen eine einsprachige Mehrsprachigkeit fingiere und stellte die dynamische Struktur von sprachlicher Identität heraus. Sofia Stratilaki-Klein (Université Sorbonne Nouvelle – Paris 3) knüpfte daran an und stellte auf Grundlage einer eigenen Untersuchung drei Formen der Konstruktion von Schüleridentitäten vor.

Rundtischgespräch: Mehrsprachigkeit in multidisziplinärer Perspektive

L. Heuschling, A. Hu, C. Weth, B. Huemer, M. Reichert und N. Roelens (v. l. n. r.)

Im Rundtischgespräch hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, sich mit Wissenschaftlern der Universität Luxemburg auszutauschen, die sich mit Fragen der Mehrsprachigkeit und ihrer Untersuchung auseinandersetzen. Diskutiert wurde mit Luc Heuschling (Centre for European Law), Birgit Huemer (Language centre), Monique Reicher (Luxembourg Centre for Educational Testing), Nathalie Roelens (Institute for Romance, Media and Art Studies) und Constanze Weth (Institute for Research on Multilingualism).

 

 

 

Panel 3: Mehrsprachigkeit und Literatur

Den Einstieg ins dritte Panel gab Till Dembeck (Universität Luxemburg) mit der Bedeutung von Interferenzen zwischen Mehrsprachigkeit und Literatur. Er entwickelte die These, dass auch monolinguale Texte von verschiedenen Sprachsystemen durchzogen seien. Reine Meylaerts (Katholieke Universiteit Leuven) knüpfte daran an und zeigte konzeptionell, inwiefern Autoren als kulturelle Mediatoren fungieren. Dirk Weissmann (Université Paris-Est Créteil) machte in Anknüpfung an Dembeck die These stark, dass mehrsprachige Literatur nicht nur an Sprachgrenzen, sondern auch in monolingualen Texten existiere. Darauf aufbauend diskutierte er kritisch die etablierten Periodisierungen und Klassifizierungen in den Literaturwissenschaften.

Eine gemeinsame Veranstaltung des Schwerpunktbereichs „MIS – Mehrsprachigkeit und Interkulturelle Studien“ und der Forschungspriorität „Education: Focusing on Multilingualism and Diversity“.

Konzeption und Organisation: Julia de Bres, Jeanne E. Glesener, Dieter Heimböckel, Adelheid Hu, Mélanie Wagner, Constanze Weth, Christian Wille.